Altersvorsorge: Diese 15 Fehler können Sie viel Rente kosten

Fehler bei der Zukunftsplanung können im Alter zehntausende Euro kosten. Viele Sparer verlassen sich auf veraltete Modelle oder unterschätzen die Inflation. Doch was sind kritische Fallstricke?
Fehler 1: Eine mangelhafte Wertentwicklung

Eine zu geringe Rendite ist der Renditekiller Nummer eins. Besonders bei einer langfristigen Altersvorsorge macht die Performance den entscheidenden Unterschied:
- Beispiel: Bei 100 Euro monatlich über 40 Jahre erreichen Sie bei 0 % Zinsen kaum 50.000 Euro Kapital.
- Bei 3 % Verzinsung wächst das Kapital auf knapp 100.000 Euro an.
- Bei 6 % Rendite (z. B. durch Aktienfonds oder ETFs) können es über 240.000 Euro werden.
Der Unterschied bei der späteren monatlichen Rente ist gewaltig: Er kann von unter 180 Euro auf über 900 Euro steigen. Bei einer guten Altersvorsorge sollte jedoch eine Rendite angestrebt werden, die 6 % oberhalb der tatsächlichen Inflation liegen könnte. Viele investieren jedoch ihr Geld auf eine Art und Weise, die nicht einmal die Inflation bzw. den Wertverlust ausgleicht. Und verschenken damit ihr Geld im Grunde an beispielsweise die Bank. Wenn das Geld beispielsweise auf einem Sparkonto liegt. Jedes Jahr.
Fehler 2: Der zu späte Start
Wer das Thema Altersvorsorge aufschiebt, verschenkt den mächtigen Zinseszinseffekt. Wer früh beginnt, kann mit kleinen Beträgen ein hohes Kapital aufbauen. Wer spät startet, muss monatlich deutlich höhere Summen investieren, um die gleiche Rentenlücke zu schließen.
Fehler 3: Die gesetzliche Versorgungslücke unterschätzen
Das Rentenniveau der gesetzlichen Rentenversicherung sinkt kontinuierlich. Wer glaubt, dass die staatliche Rente den Lebensstandard halten kann, begeht einen Fehler. Man muss heute realistisch davon ausgehen, dass die Rentenlücke in Zukunft weiter wächst.
Fehler 4: Staatliche Förderungen nicht oder nicht Renditeoptimiert nutzen
Staatliche Förderungen wie die bAV, Riester oder Rürup können die Altersvorsorge durch Steuererleichterungen und Zulagen deutlich aufwerten. Wichtig ist jedoch, die Möglichkeiten der staatlichen Förderung mit guten Renditen zu kombinieren, damit die Förderung nicht mehr als aufgezehrt wird. Hierfür ist gutes Fachwissen und eine gute Marktübersicht wichtig.
Fehler 5: Vorzeitige Kündigung oder Beitragsstopp
Wer seine Verträge vorzeitig kündigt, verliert oft viel Geld. Viele Tarife verrechnen die Abschlusskosten in den ersten Jahren. Wer abbricht, hat diese Kosten umsonst gezahlt und verliert zudem den wertvollen Zinseszinseffekt für die Endphase.
Fehler 6: Sich blind auf den Ehepartner verlassen
Sich ausschließlich auf die Absicherung des Partners zu verlassen, ist riskant. Im Falle einer Scheidung oder einer eigenen lückenhaften Erwerbsbiografie droht Altersarmut. Eine eigene, unabhängige Altersvorsorge ist die sicherste Basis.
Fehler 7: Zu niedrige Sparziele einplanen
Planen Sie Ihre Altersvorsorge lieber zu großzügig als zu knapp. Ein unabhängiger Berater kann Ihnen helfen, verschiedene Szenarien durchzurechnen. Es ist besser, früher das Sparziel zu erreichen und flexibel zu sein, als im Alter mit zu wenig Kapital dazustehen.
Fehler 8: Abzüge durch Steuern und Sozialabgaben vergessen
Die Brutto-Rente ist nicht das, was auf dem Konto ankommt. Berücksichtigen Sie bei der Planung, dass im Alter Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie Einkommensteuern anfallen können. Eine professionelle Software zur Rentenberechnung ist hier sehr hilfreich.
Fehler 9: Die Inflation ignorieren
Die schleichende Geldentwertung reduziert die Kaufkraft massiv. Was heute nach einer hohen Summe aussieht, reicht in 30 Jahren vielleicht nur noch für die Grundbedürfnisse. Eine gute Strategie muss diesen Wertverlust zwingend einkalkulieren.
Fehler 10: Keine professionelle Altersvorsorgeberatung nutzen
Ein großer Fehler ist der Verzicht auf eine umfassende Altersvorsorgeberatung. Ein guter Berater vermittelt Ihnen das nötige Finanzwissen, damit Sie fundierte Entscheidungen treffen können – sei es durch persönliche Gespräche, verständliche Unterlagen oder Videos.
Fehler 11: Fehlender Vergleich der Möglichkeiten
Die Auswahl der richtigen Vorsorgeform lässt sich nicht pauschalisieren. Ein Vergleich der verschiedenen Schichten (Basisrente, bAV, private Rentenversicherung) sollte immer in Euro und Cent erfolgen, um die individuell beste Option zu finden.
Fehler 12: Beratung ohne echte Auswahl
Wer sich nur bei einer Bank oder einem gebundenen Versicherungsvertreter informiert, erhält nur deren hauseigene Produkte. Ein unabhängiger Altersvorsorgeberater bietet Ihnen Zugriff auf eine breite Palette an Anbietern.
Fehler 13: Keine regelmäßige Inventur
Ihre Lebensumstände, die Inflation und Renditeentwicklungen der ausgewählten Anlagen ändern sich – Ihre Altersvorsorge sollte das auch können. Eine regelmäßige Überprüfung der Altersvorsorge ist vorteilhaft.
Fehler 14: Fehlendes Ablaufmanagement
Wer in renditestarke Anlagen wie Aktien investiert, sollte rechtzeitig vor Rentenbeginn ein Ablaufmanagement nutzen. Dabei wird das Kapital schrittweise in sicherere Anlagen umgeschichtet, um Kursverluste kurz vor der Auszahlung zu vermeiden.
Fehler 15: Das Risiko der Erwerbsunfähigkeit ignorieren
Die beste Altersvorsorge nützt nichts, wenn das Einkommen durch Krankheit wegfällt. Eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit oder Erwerbsminderung kann helfen, Vorsorgeziele auch bei einer längeren Berufsunfähigkeit erreichen. Doch auch hier ist die Auswahl und die Höhe der Absicherung ein wichtiger Faktor.
Fazit: Vermeiden Sie diese Fehler bei Ihrer Altersvorsorge
Vermeiden Sie diese typischen Fehler und starten Sie rechtzeitig mit einer fundierten Planung. Eine unabhängige Beratung hilft Ihnen dabei, die Rentenlücke effektiv zu schließen.