Riester-Rente kündigen? ⚠️ Warum Sie bares Geld verlieren

Quick-Check: Kann man Riester kündigen?

Ja, eine Kündigung ist möglich. Sie gilt jedoch als „schädliche Verwendung“.
Die Folge: Sie müssen sämtliche staatliche Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen.
Zudem werden Erträge voll steuerpflichtig. Oft bleibt nach Gebühren weniger übrig als die Summe der Einzahlungen.

Die Kündigung einer Riester-Rente ist rechtlich jederzeit möglich, doch für die meisten Sparer ist sie ein finanzielles Fiasko. Bevor Sie voreilig handeln, zeigt Ihnen dieser Leitfaden, wie Sie Ihr Kapital schützen.

Senior prüft Riester-Rentenvertrag für eine mögliche Kündigung

Die harten Fakten: Was kostet die Kündigung wirklich?

Wer seinen Riester-Vertrag auflöst, schaltet das Finanzamt und die Zulagenstelle (ZfA) auf „Eskalationsmodus“. Der Staat fordert seine Förderung der letzten Jahre in einer Summe zurück.

  • Zulagen-Rückforderung: Alle Grund- und Kinderzulagen werden direkt vom Guthaben abgezogen.
  • Steuervorteile: Die über Jahre gesparten Steuern müssen Sie in einer Summe zurückerstatten.
  • Stornogebühren: Versicherer verlangen oft hohe Gebühren für die vorzeitige Abwicklung.
  • Pfändungsfalle: Sobald das Geld auf Ihrem Privatkonto landet, ist der Pfändungsschutz für die Altersvorsorge weg.

Kündigung vs. Beitragsfrei: Der direkte Vergleich

Merkmal Kündigung Beitragsfrei
Staatliche Zulagen Müssen zurückgezahlt werden Bleiben erhalten
Steuervorteile Rückzahlungspflicht Keine Rückzahlung
Verfügbarkeit Sofortiges Cash Erst bei Rentenbeginn

Experten-Tipp: Lassen Sie sich vorab eine schriftliche Aufstellung über den aktuellen Rückkaufswert inkl. Abzug der Förderungen geben. Nur so sehen Sie schwarz auf weiß, wie viel Geld Sie tatsächlich verlieren.

Clevere Alternativen zur Kündigung

Wenn das Geld knapp ist oder der Vertrag schlecht performt, gibt es meist einen besseren Ausweg:

  1. Beitragsfrei stellen: Der Vertrag ruht. Das Kapital bleibt investiert, Zulagen bleiben im Topf, und Sie zahlen keinen Cent mehr ein.
  2. Anbieterwechsel: Sie ziehen mit Ihrem gesamten Guthaben zu einem günstigeren Anbieter um (wo möglich). Die Förderung bleibt bestehen.
  3. Entnahme für Wohneigentum: Sie nutzen das Kapital für den Kauf oder die Entschuldung einer Immobilie. Das ist förderunschädlich!

Rentenbeginn: Die 30-Prozent-Regel richtig nutzen

Viele Sparer kündigen kurz vor der Rente, weil sie eine größere Summe benötigen. Doch das ist oft unnötig. Eine förderunschädliche Teilauszahlung ist regulär vorgesehen.

30 % Einmalzahlung ohne Zulagenverlust

Zum Rentenbeginn dürfen Sie bis zu 30 % Ihres Kapitals auf einen Schlag entnehmen. Sie behalten dabei 100 % der staatlichen Förderung.

Die steuerliche Falle: Diese Summe wird im Jahr der Auszahlung voll als Einkommen versteuert. Um die Steuerlast zu senken, kann oft die Fünftelregelung angewendet werden. Dennoch sollten Sie hierfür Rücklagen bilden!

Wussten Sie schon? Bei Kleinstbeträgen (monatliche Rente unter ca. 40 €) können Sie sich die gesamte Summe auszahlen lassen. Man spricht hier von der Abfindung einer Kleinbetragsrente.

Ehepaar bespricht Alternativen zur Kündigung der Riester-Rente

Fazit: Erst rechnen, dann kündigen

Die Riester-Rente zu kündigen bedeutet, dass staatliche Förderung zurückgezahlt werden muss. Wenn Sie dringend Liquidität brauchen, prüfen Sie erst eine Beitragsfreistellung oder ein Darlehen auf den Vertrag (Policendarlehen).

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange dauert die Kündigung einer Riester-Rente?
Die Frist beträgt meist drei Monate zum Ende des Quartals. Der Auszahlungsprozess kann durch die Prüfung der Zulagenstelle weitere 4-8 Wochen dauern.

Muss ich Steuern bei einer Kündigung zahlen?
Ja. Die Erträge des Vertrages unterliegen der Einkommensteuer. Zudem müssen Sie die in der Vergangenheit genossenen Steuervorteile zurückerstatten.

Was passiert mit dem Wohnförderkonto?
Dieses spezielle Konto wird nur bei Wohn-Riester geführt. Es dokumentiert die geförderte Summe, die im Alter versteuert werden muss.